30.09.2020

Satellit der TU Berlin sendet Signale für eine nachhaltige Funkfrequenznutzung


Back-up Station wird beim DeSK am Standort Backnang betrieben.

Nach zwei Jahren intensiver Entwicklungszeit ist „SALSAT” (Spectrum AnaLysis SATellite) als 22. Kleinsatellit der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) am 28. September 2020 um 13:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgreich vom Weltraumbahnhof Plessezk im Nordwesten Russlands mit einer Sojus-Rakete gestartet.

Die Besonderheit hierbei ist, dass die Daten von SALSAT auch anderen Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden sollen, um Funkfrequenzen nachhaltiger nutzbar zu machen.

Immer mehr Satellitenstarts wurden in den letzten Jahren im Bereich der zivilen Raumfahrt gezählt. Tendenz steigend. Die sogenannten Mega-Konstellationen (z.B. Starlink von SpaceX oder Project Kuiper von Amazon) bestehen aus Hunderten oder sogar Tausenden Kleinsatelliten, die vor allem einen weltumspannenden Internetzugang ermöglichen sollen. Um die gleichzeitige Kommunikation mit diesen und allen anderen im Orbit befindlichen Satelliten sicherzustellen, wird eine Vielzahl an unterschiedlichen Funkfrequenzen benötigt, jedoch ist das Funkspektrum eine limitierte Ressource.

Hier setzt SALSAT an: Mithilfe eines Spektrumanalyzers (SALSA) kann SALSAT die Frequenznutzung auch von anderen Satelliten direkt im Orbit prüfen. Ziel ist es, die vorhandenen Frequenzen für die Satellitenkommunikation besser und ressourcenschonender zu verteilen.

Der Spektrumanalyzer soll an Bord des Nanosatelliten für mindestens ein Jahr die weltweite Frequenznutzung im VHF-, UHF- und S-Band analysieren. Es soll festgestellt werden, ob und an welchen Orten weltweit vorhandene Frequenzen mehrfach belegt werden können. Zusätzlich sollen Interferenzen und Störer in den Bändern detektiert und lokalisiert werden.

An SALSAT ist neben der TU Berlin auch das DeSK zur Unterstützung beim Betrieb des Satelliten durch eine Redundanz-Station im UHF-Bereich beteiligt. Ab Ende 2020 sollen neben dem Empfang von Telemetrie- bzw. Zustandsdaten auch in Koordination mit dem DeSK wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden.

Weiterführende Informationen:

Website zu SALSAT:
https://www.tu.berlin/go7961/

Film zur Mission: https://youtu.be/mfbYOA3TEK8

SALSAT auf Twitter: https://twitter.com/SALSATmission

Pressemitteilung der TU Berlin: https://www.tu.berlin/go10603/

Bildquelle: Technische Universität Berlin - SALSAT-Projektleiter Jens Großhans (rechts) mit einem Teil des Teams im Weltraumbahnhof Plessezk.
Bildquelle: Technische Universität Berlin - Jubel beim SALSAT-Team der TU Berlin im Kontrollzentrum nach dem Erstkontakt.